Hans-Hermann Richter studierte 1963 an der Fachschule für
Spielzeuggestaltung in Sonneberg, um 1965 sein Studium an der Hochschule für Industrielle
Formgestaltung an der Burg in Halle zu beginnen. Dort schloss er neue Freundschaften. Harald Döring
und Ute Lohse wären hier hervorzuheben, während sich die Freundschaften zu Peter Hinz, und den in den
Metallwerkstätten angestellten Bärbel und Klaus Herre, erst in Halberstadt entwickelten.
Der Maler Harald Döring zog nach dem Hallenser Studium in das Dorf Langenstein O.T. Halberstadt,
während Richter sich als Mitbegründer der Pfeffermühlengemeinschaft 1970 in Halberstadt dort eine
Keramikwerkstatt einrichtete.
1971 schloss er sein Diplom als Baukeramiker ab, und um an Aufträge zu gelangen, wurde er ’72 Mitglied
im Verband Bildender Künstler der DDR, in welchem er bis 1990 verblieb.
Ein Jahr nach seinem Diplom begann er figurative Komposition zu studieren und sein Interessengebiet
wechselte zur Malerei. 1976 wurde seinem Werk »Stillleben mit Geige 1« (Ölfarbe auf Sperrholz) auf der
VIII. Kunstausstellung in Dresden besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht.
Richter hielt das betriebsame Kommen und Gehen der Pfeffermühlengemeinschaft nicht lange aus und suchte
die Stille.
Nachdem er 1978 Meisterschüler bei Professor Willi Sitte wurde, zog er nach Huy-Neinstedt, ein kleines
Dorf unweit Halberstadts, wo er sich in einem Vierseitenhof ein neues Atelier mit Ausstellungsmöglichkeiten
einrichtete. Sechs Jahre nach dem Mauerfall kam ein weiteres Atelier in Bottendorf hinzu.
Am Aufbau des Röderhofer Kunstverein war er ausschlaggebend beteiligt, und ist seit vielen
Jahren aktiv im Kunstverein Wernigerode, wo seine Arbeiten ausgestellt werden.
2021 stellte er seine Feldscheune für das Kunstprojekt »Keine Handbreit Wasser« zur Verfügung. 30
hölzerne Kanus wurden in einer Kunstaktion, um auf den in der Region sinkenden Grundwasserspiegel aufmerksam
zu machen, von Halberstadt über die Huy-Berge getragen und in der Scheune installiert.
Am Ausstellungsteil des Projektes waren unter Anderen ilka Leukefeld und Inge H. Schmidt beteiligt.
Richter stellte in seinem Kunst-Stall überdimensionierte, mit Schriftzügen versehenen Landschaften aus,
experimentelle Übermalungen von Drucken. Seine Werke sind geprägt von der Interpretation des Wandels von
Richters unmittelbarer Umwelt. Meisterhaft setzt er Licht und Schatten in Kontrast und erschafft so bleibende
Eindrücke und Zeugnisse der Zeit auf seinen Leinwandflächen.
Die vertraute und gleichsam fremde Erscheinung seiner Bilder fesselt den Betrachter, kontrastierende Farben,
dämmriges Licht und eine unwirklich erscheinende Plastizität charakterisieren seine Ölmalerei.
2024 wurde ihm zu Ehren im Schraube-Museum in Halberstadt, in Anerkennung seines Lebenswerkes, zum 80.
Geburtstag eine Ausstellung gezeigt.
Zur VI. MKH-Biennale trägt Hans-Hermann Richter neue Werke bei. Ohne Titel I (Blau), II (Rosa), III (Gelb)
und IV (Rot) sind vier großformatige, unglaublich spannungsgeladene Ölbilder, in denen sich Landschaften,
Schriftzüge und Stillleben vermuten lassen.
Hans-Hermann Richter
Maler
| 1944 | 27. Januar / geboren in Militsch (Oberschlesien) |
| 1962 | Abitur in Roßleben, Lehre als Möbeltischler |
| 1963 | Fachschule für Spielzeuggestaltung in Sonneberg |
| 1965 | Hochschule für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein Hochschule in Halle |
| 1970 | freiberuflich als Keramiker, Maler und Grafiker und Aufbau Atelier in der Pfeffermühlengemeinschaft |
| 1971 | Diplom als Baukeramiker |
| 1972 | Mitglied im VBK der DDR |
| 1973 | zunehmende Auseinandersetzung mit figurativen Kompositionen in der Malerei |
| 1978–81 | Meisterschüler bei Prof. Willi Sitte und Ateliergründung in Huy-Neinstedt |
| 1995 | Einzug in das Atelier Bottendorf |
Studienreisen
Italien, Griechenland, Korsika, Sardinien, Tunesien, Frankreich, Portugal, Bulgarien, Russland und Holland in den Niederlanden
Arbeiten in Sammlungen
- Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg
- Kunstverein Röderhof
- Kunstverein Wernigerode
- Sparkasse Halberstadt
- Stadtbibliothek Halberstadt und private Sammlungen
Seit dem Studium regelmäßige Ausstellungsbeteiligungen